News in the context of regional and functional variation : a corpus-based analysis of newspaper domains across varieties of English

  • Nachrichten im Kontext regionaler und funktionaler Variation : eine korpus-gestützte Analyse verschiedener Zeitungsressorts in Varietäten des Englischen

Fest, Jennifer; Neumann, Stella (Thesis advisor); Niehr, Thomas (Thesis advisor)

Aachen (2016)
Doktorarbeit

Dissertation, Rheinisch‐Westfälische Technische Hochschule Aachen, 2016

Kurzfassung

Die englische Sprache ist regional sehr weit verbreitet und wird dabei von sehr unterschiedlichen Sprecher- und Lernergruppen, aber auch von verschiedenen Kulturen und Ansätzen der Sprachpolitik maßgeblich beeinflusst. Obwohl der offizielle Status der Sprache, zum Beispiel als Amts- oder Justizsprache, in der Regel schriftlich in der Verfassung einer jeweiligen Region festgehalten ist, ist dies nur sehr bedingt aussagekräftig über die tatsächliche Verbreitung und Nutzung. Der linguistische Status einer Varietät ist weit komplexer und schwieriger zu definieren und muss sich nicht nur mit der Varietät selbst, sondern auch mit der Frage der Abhängigkeit von muttersprachlichen Varietäten auseinandersetzen.In der Literatur zu diesem Thema wurde dies in verschiedenen Modellen (z.B. McArthur 1987; Kachru 1988; Schneider 2007) problematisiert und unterschiedlich gelöst, jedoch liegt allen Vorschlägen eine Kategorisierung der Varietäten zugrunde, welche die individuellen Entwicklungswege und unterschiedlichen Kontexte der einzelnen Varietäten nur unzureichend abbilden kann. Im Gegensatz zu diesen Herangehensweisen untersucht die vorliegende Arbeit den Entwicklungsstatus verschiedener regionaler Varietäten auf der Basis ihrer funktionalen Ausprägung. Im systemisch-funktionalen Sinne bildet eine Sprache für jeden Zweck ein spezifisches Register aus, welches die Situation der jeweiligen Interaktion wiederspiegelt (z.B. Halliday 1974). Die Anzahl verschiedener Register sowie der Grad deren Ausprägung lässt also Rückschlüsse auf die konkrete Benutzung der Sprache zu.Um diese funktionale Variation sowohl im Hinblick auf das Thema als auch auf typische Sprecher abzubilden, konzentriert sich die vorliegende Studie auf den Bereich der Zeitungssprache als ein Diskurs, der von vielen Autoren verfasst wird und durch unterschiedliche Ressorts viele Themenbereiche wie auch Zielgruppen mit einbezieht. Insge-samt umfasst die Studie fünf verschiedene Varietäten des Englischen, zwei "New Englishes" aus Kenia und Hong Kong und drei muttersprachliche Varietäten aus Großbritannien, den USA und Australien, sowie fünf Ressorts - Wirtschaft, Sport, Politik, Lifestyle und Hard News - und untersucht diese auf der Basis eines Korpus aus 4000 Zeitungsartikeln.Die Ziele der Arbeit liegen zum einen in einer genaueren Beschreibung der "New Englishes" und ihrer funktionalen Ausprägung und zum anderen in einer komparativen Analyse verschiedener Zeitungsressorts. Jedoch wird auch eine Evaluierung der noch wenig verbreiteten Herangehensweise mit einbezogen, welche die Kontextvariablen des systemisch-funktionalen Modells für eine quantitative Analyse operationalisiert und so mitei-nander in Verbindung setzt.Als ein sehr deutliches Ergebnis lässt sich festhalten, dass die Ressorts wesentlich mehr Unterschiede aufweisen als die regionalen Varietäten. Die größten Differenzen sind hierbei im Bereich der sozialen Distanz zwischen den Diskursteilnehmern, dem genutzten Stil und den angesprochenen Themen zu finden. Ersteres ist zudem auch ein entscheidender Unterschied zwischen den regionalen Varietäten; Nachrichten aus den "New Englishes" kreieren eine deutlich höhere Distanz zwischen Autoren und Lesern als die Artikel aus den muttersprachlichen Varietäten. Des Weiteren zeichnen sich die Daten aus Kenia und Hong Kong durch ein höheres Maß an konstruierter Objektivität aus, ein Trend, der mit dem Grad der Pressefreiheit in den jeweiligen Regionen korreliert und somit auf (Selbst)Zensur zurückgeführt werden kann. Die beiden "New Englishes" unterscheiden sich in diesem Kontext auf unterschiedlichen Ebenen, wobei kenianische Nachrichten deutlichere funktionale Ausprägungen aufweisen. Obwohl die beiden Varietäten in den meisten Modellen ähnlich klassifiziert werden, können also unterschiedliche Grade der Entwicklung des Englischen in den beiden Regionen nachgewiesen werden.LiteraturHalliday, Michael A. K. 1974. Language and Social Man. London: Longman.Kachru, Braj. 1988. "The Sacred Cows of English." English Today 4 (4): 3-8.McArthur, Tom. 1987. "The English Languages?" English Today 3 (3): 9-13.Schneider, Edgar. 2007. Postcolonial English: Varieties Around the World. Cambridge: Cam-bridge University Press.

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