Linguistik und kognitive Semiotik

 

Das Lehr- und Forschungsgebiet Linguistik und kognitive Semiotik hat als übergeordentes Thema die zwischenmenschliche (Face-to-Face) Kommunikation, die zu weiten Teilen durch sog. körpereigene Medien bestimmt ist. Zu diesen zählen – neben Laut- und Gebärdensprachen – insbesondere Mimik und Gestik, aber auch Miremik (Blickverhalten), Kinesik (Haltung, Bewegung), Haptik (Anfassverhalten) und Proxemik (Näheverhalten).

Hier werden sowohl Fragen der Zeichenhaftigkeit und Medialität körperlich artikulierter Kommunikationsprozesse untersucht, als auch das Zusammenwirken der verschiedenen Modalitäten und ihr pragmatisch bedingtes, situatives Verschmelzen zu einer multimodalen kommunikativen Einheit. Die Analyse kann sich dabei disziplinär oder interdisziplinär auf Theorierahmen z.B. aus der Semiotik, Semiologie, der kognitiven, strukturalen und interaktionalen Linguistik, der Philosophie und Psychologie, den Kulturwissenschaften, sowie nicht zuletzt den Neurowissenschaften stützen. Aus semiotischer Perspektive interessieren dabei insb. die jeweils unterschiedlich gelagerten Modi Ikonizität, Indexikalität und Konventionalität, sowie Metonymie und Metapher; aus kulturwissenschaftlicher Sicht u.a. Objekt- und Bildbezüge, Körpertechniken, Mimesis, Ritual, Imagination, Tanz und Performanz. Angesichts des angenommenen engen Zusammenhangs von mentalen Schemata und körperlichen Interaktionen mit der gegenständlichen und sozialen Welt wurzeln viele dieser Zugänge in der Verkörperungstheorie (embodiment).

Gleichzeitig findet die Kombination qualitativer Verfahren mit quantitativen, statistischen und v.a. computerbasierten Methoden eine zunehmend verstärkte Anwendung: Wir arbeiten mittels moderner Motion-Capture-Systeme zur 3D-Erfassung und Visualisierung redebegleitender Gestik, dem Einsatz von fMRI-Scannern als bildgebenden Verfahren zur Analyse der Gehirnaktivität während der Zeichenrezeption – oder der korpusbasierten Erfassung mono- und multimodaler Muster. Dies alles ist längst Realität in einem von der Digitalisierung der Geisteswissenschaften (Digital Humanities) stark profitierenden semiotischen Forschungsfeld. Ergebnisse dieser disziplinübergreifenden Grundlagenforschung fließen in verschiedene Anwendungsfelder wie z.B. Robotik und Serious Gaming, die Entwicklung gestengesteuerter Computer und Assistenzsysteme sowie in Therapien für Menschen mit Kommunikationsstörungen.

 

Team

Name Kontakt
Universitätsprofessorin
Irene Mittelberg Ph. D.
Tel.: +49 241 8025480
Fax: +49 241 80 22493
Postdoktorandin
Prakaiwan Vajrabhaya Ph.D.
Tel.: +49 241 80 25485
Postdoktorand
Chris Brozdowski Ph.D.
Tel.: +49 241 80 25485
wissenschaftliche Mitarbeiterin
Linn Rekittke M. A.
Tel.: +49 241 80 25482
wissenschaftlicher Mitarbeiter
Daniel Schüller M. A.
Tel.: +49 241 80 25483
wissenschaftliche Mitarbeiterin
Jessica Vaupel M. A. / M. Ed.
Tel.: +49 241 80 25482
Sekretariat
Gudrun Rohde M. A.
Tel.: +49 241 80 25481
Fax: +49 241 80 22493
studentische Hilfskraft
Nadia An

studentische Hilfskraft
Katharina Lutz

studentische Hilfskraft
Jacqueline Nellißen B. A.

studentische Hilfskraft
Antonia Sanke B. A.